
Hygienic Design Conference: Sicherheit in der Lebensmittelindustrie gestalten
Am 22. Oktober 2024 fand unsere erste Hygienic Design Conference: ein Schulungstag für Unternehmen und Fachleute aus der Lebensmittelbranche.
Die Veranstaltung, die in Zusammenarbeit zwischen Satech, Schmersal, Stäubli und SIIIA organisiert wurde, umfasste Präsentationen von verschiedenen Experten, die jeweils einzigartige Erfahrungen und Kenntnisse einbrachten und durch das gemeinsame Ziel vereint waren, eine Kultur der Sicherheit in jeder Hinsicht zu fördern.
Einführung in Vorschriften, Risiken und Chancen im Lebensmittelsektor
Ingenieur De Benedetto eröffnete die Konferenz mit einem Vortrag über den Stand der Technik und die Entwicklung der Gesetzgebung zur Sicherheit von Industriemaschinen.
Nach einer detaillierten Analyse der wichtigsten Normen wie EN 1672-2 und EN ISO 14159 erklärte De Benedetto, wie die Risikobewertung gemäß der Methode der EN ISO 12100 in den Bereichen Lebensmittel, Chemie und Pharmazie angewendet wird, um sicherzustellen, dass die Ausrüstung den höchsten Sicherheitsstandards entspricht.
Anschließend konzentrierte sich Giampaolo Betta auf die mikrobiologischen Risiken für Verbraucher und Mitarbeiter im Lebensmittelsektor und analysierte aktuelle RASFF-Daten zur Kontamination durch Krankheitserreger. Betta betonte die Bedeutung des Hygienedesigns (Hygienic Design) zur Vermeidung des Wachstums von Mikroorganismen in Lebensmittelproduktionsumgebungen und wies darauf hin, dass das Konzept des Hygienedesigns offiziell von führenden Institutionen wie der EFSA, dem GFSI und der EHEDG anerkannt und geschätzt wird.
Praktische Anwendungen des Hygienedesigns: Robotik, Schutzvorrichtungen und Sicherheitsgeräte
Andrea Tanzini eröffnete den zweiten Teil der Konferenz mit einer eingehenden Analyse der Rolle der Robotik im Lebensmittelsektor. Er zeigte, wie die Roboterautomatisierung Kontaminationsrisiken verringern, die Sicherheit der Mitarbeiter verbessern und die Produktivität steigern kann. Mit einem Design, das auf reinigungsfähige Umgebungen zugeschnitten ist und mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln kompatibel ist, bieten die neuen Hygieneroboter Lösungen für die besonderen Herausforderungen der Lebensmittelindustrie.
Gabriele Mastrandrea stellte die Normen zu Maschinenschutzzaun vor, die gemäß EN ISO 14120 gestaltet und gebaut werden müssen, während für die Lebensmittelindustrie auch die EN ISO 14159 gilt, die hygienische Anforderungen regelt. Mastrandrea erläuterte diese Norm, veranschaulichte die Besonderheiten eines Hygieneschutzes und stellte klar, dass die Verwendung von Edelstahlkomponenten allein nicht ausreicht, um die Hygieneanforderungen zu erfüllen.
Er hob wichtige Merkmale hervor – reduzierte Kontaktfläche zum Boden, Inspektionsfähigkeit der Komponenten und Minimierung von horizontalen Flächen – und zeigte, wie ein Perimeter-Maschinenschutzzaun für Lebensmittelumgebungen gleichzeitig Sicherheits- und Hygienebedürfnisse erfüllt. Die Auswahl der Schutzvorrichtungen sollte immer einer Risikobewertung nach EN ISO 12100 vorausgehen.
Zum Abschluss der Sitzung sprach Andrea Grassi über die größten Herausforderungen beim hygienischen Design von Sicherheits-Schaltgeräten. Grassi erläuterte die besten Praktiken zur Integration von Verriegelungssystemen in Lebensmittelindustrien und betonte, dass diese Komponenten aufgrund ihrer Bauweise oft Herausforderungen hinsichtlich der hygienischen Prinzipien darstellen. Wo es nicht möglich ist, diese Einschränkungen zu beseitigen, sind alternative Lösungen wie die Optimierung des Bauteils oder der Einsatz von Lichtgittern unerlässlich.
Ein aktiver Austausch zwischen Fachleuten
In der abschließenden Sitzung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich direkt mit den Referenten auszutauschen und förderten so einen lebhaften Dialog zu Ideen, Erfahrungen und praktischen Lösungen. Dieser informelle, aber wertvolle Moment ermöglichte tiefere Einblicke in die besprochenen Themen und förderte neue Verbindungen in der Branche, wodurch die Veranstaltung mit frischen Perspektiven bereichert wurde.
Ein gemeinsames Engagement für die Industriesicherheit
Die Hygienic Design Conference bot eine wertvolle Gelegenheit zum Dialog und zur Vernetzung aller Teilnehmer und trug zur Verbreitung einer Sicherheitskultur und ihrer Best Practices bei. Eine erfolgreiche Formel, die durch die Zusammenarbeit mit unseren Partnern Schmersal, Stäubli, SIIIA und den zahlreichen Fachleuten und Unternehmen, die am Workshop teilgenommen haben, ermöglicht wurde.

























